Togo: Das Geburtshaus in Alédjo

Fließendes Wasser und elektrischer Strom

In Dorf Alédjo im Norden Togos gab es ein „Geburtshaus” (La maternité), zu dem die Mütter aus der gesamten Region zur Entbindung kamen. Es war ein einfaches Haus, nur mit ein paar Bett enausgestatt et, in dem zwei ausgebildete Hebammen arbeiteten. Monatlich wurden hier etwa zehn Kinder geboren. Das Haus war ursprünglich durch Spenden von Schülern aus Frankreich errichtet und ausgestattet worden.

Moderne Waschbecken und Toiletten waren vorhanden, jedoch völlig sinnlos, da es kein fließendes Wasser und keinen Strom gab. Die Schwangeren mussten zur Geburt einen Eimer Wasser mitbringen, die Geburten in der Nacht wurden im Schein von Petroleumlampen durchgeführt.

Das war die Situation, die ich bei meiner Togo-Reise im August 2011 in Alédjo vorfand. Die Gesamtkosten für die Bereitstellung von fließendem Wasser und Strom wurden auf ca. 12.000 € geschätzt.

2012 – 2014 : Inzwischen ist es gelungen, den größten Teil des nötigen Geldes durch Spenden zu beschaffen. Vielfältige Aktionen, z. B. ein Sponsorenmarathon von Schülern der Helene-Lange-Schule Mannheim, ein Benefizkonzert verschiedener Künstler in Bammental bei Heidelberg, die großzügige Unterstützung durch die Stiftung „Wasser für die Welt” sowie die Spenden vieler Einzelpersonen, haben es ermöglicht, dass im Herbst 2012 mit der Verlegung der Stromleitung begonnen wurde.

2015 : Das Projekt „Wasser und Strom für das Geburtshaus in Alédjo“ , Togo, ist erfolgreich abgeschlossen

Projektverantwortliche

Christa Kleinbub-Dunkl
Waldstr. 17
69245 Bammental
Telefon (0 62 23) 4 65 84

christa.kleinbub-dunkl(at)
kinderhilfe-kakadu.de

 

 

 

 

Eine Erfolgsgeschichte in Alédjo

Im Mai 2014 war es soweit. In Alédjo wurde zwischen Dorf und Geburtshaus der neue Brunnen gebohrt und schließlich gebaut .Im Oktober wurden die Strommasten errichtet und Strom ins Geburtshaus verlegt. Nun konnten Lampen installiert werden und die elektrische Pumpe für den Brunnen in Betrieb genommen werden. Im März 2015 habe ich persönlich das Dorf Alédjo besucht, begleitet von Abt Bernard und Bruder Eugène vom nahe gelegenen Benediktinerkloster Agbang, die gemeinsam die Projektleitung vor Ort übernommen hatten. Die Dorfbewohner begrüßten uns überschwänglich. Das halbe Dorf war auf den Beinen um uns zu danken: Frauen tanzten; es wurde getrommelt, gesungen und wir wurden intraditionelle afrikanische Ehren -Gewänder Eingekleidet. Es gab viele Dankesrede und dann wurde uns alles gezeigt: Das Geburtshaus hat jetzt Licht, Toiletten mit Wasserspülung, Waschbecken und Dusche mit fließendem Wasser. Anschließend wurden wir zum neuen Brunnen geführte, es wurde Wasser aus dem Brunnen gereicht und immer wieder betont, wie dankbar alle sind für den neuen Brunnen; der klares gutes Wasser hat und das ganze Dorf versorgt. Anders als beim alten Brunnen, der nur ca. 15 m tief war und wo das Wasser mit Schöpfgefässen am Seil hochgezogen wurde, hat dieser Brunnen einen Wasserturm und einen Wasserhahn, und das Wasser wird durch die elektrische Pumpe hochgepumpt. Er ist 90m tief, somit ist garantiert, dass er immer Wasser haben wird und das Wasser auch nicht verunreinigt wird. Mit einem kleinen Geldbeitrag pro Füllung wird der Strom für die Pumpe bezahlt und eine Rücklage für Reparaturen gebildet. Beim Festessen zum Abschluss mit allen Honoratioren,(Gemeinderäte, Dorfälteste) haben wir erfahren ,dass in Togo und besonders in diesem Dorf, Christen und Muslime friedlich zusammen leben und an den religiösen Festen der jeweils anderen Glaubensgemeinschaft Teil nehmen. Selbst in manchen Familien gibt es beide Religionen gleichzeitig und das funktioniere gut. Mit vielen guten Wünschen und der Bitte, doch dem Dorf verbunden zu bleiben …und vielleicht auch weitere Projekte, etwa einen 2.Brunnen in einem anderen, entlegeneren Teil des Dorfes zu unterstützen, wurden wir dann verabschiedet.
Dank der großzügigen kleinen und großen Spenden aus Deutschland, vor allem von der Stiftung „Wasser für die Welt“ http://www.wasser-fuer-die-welt.de konnte dieses Projekt verwirklicht werden. Allen Spendern soll ich im Namen aller Dorfbewohner von Herzen danken und Gott es Segen wünschen.

Christa Kleinbub-Dunkl (Projektbeauftragte) Bammental, im Mai 2015