Sri Lanka

 

Sri Lanka gilt aufgrund seiner Naturschönheit und wegen seines kulturellen Reichtums als Perle des Indischen Ozeans. Die Menschen Sri Lankas sind sehr religiös, der Buddhismus ist tief im Alltag der Menschen verwurzelt. Auch dem Hinduismus, dem Christentum und dem Islam gehört ein kleiner Teil der Bevölkerung an. Die Tempel und Kirchen stehen nebeneinander, und die Gläubigen respektieren sich.

Der Jahrzehnte andauernde Bürgerkrieg, der im Mai 2009 endlich beendet wurde, hatte ein zerrüttetes Land hinterlassen. Der Tsunami im Dezember 2004 machte Tausende Kinder zu Waisen und zerstörte die Lebensgrundlage unzähliger Familien. Viele der Menschen leben immer noch unter der Armutsgrenze, d.h. sie haben weniger als 1,50€ pro Tag zur Verfügung. Jede vierte Familie auf Sri Lanka ist von Armut betroffen. Mehr als ein Drittel der Vorschulkinder ist deutlich mangelernährt und viele Neugeborene kommen untergewichtig zur Welt, da auch schon ihre Mütter mangelernährt sind. Selbst einfache Nahrungsmittel wie Reis und Linsen sind für die armen Familien oft nicht erschwinglich. Die Einkommen sind sehr ungleich zwischen Stadt – und Landbevölkerung verteilt; viele Arbeiter auf den Tee-, Kautschuk- und Tabakplantagen leben am Existenzminimum. Viele Eltern der von uns unterstützten Kinder haben, wenn überhaupt, nur Arbeit als Tagelöhner; oft sind die Mütter allein für den Familienunterhalt zuständig.

Kinderhilfe KAKADU e.V.

arbeitet in Sri Lanka mit drei einheimischen Sozialarbeiterinnen, einem Priester, zwei Ordensschwestern und engagierten Helfern insbesondere an den folgenden Projekten:

  • Vorschularbeit
  • Ausbildungsförderung
  • Gesundheitsförderung und Ernährung
  • Haus- und Brunnenbau
  • Frauenarbeit
  • Kinderpatenschaften
  • Bewusstseinsförderung, Sozial- und Friedenserziehung
  • Schülerhilfe
  • Förderung behinderter Kinder und Jugendlicher
  • Aufklärungsprojekte zur Prävention gegen Drogen und sexuellen Missbrauch

 

Mehr über das Land:

Sri Lanka ist ein Paradies für Urlauber. Touristen aus allen Ländern kommen auf die Insel um sich zu erholen, die freundlichen Menschen, die Religionen und die wunderschöne Natur zu erleben. Doch wenn man mit den Menschen etwas tiefer ins Gespräch kommt, sich für ihr Leben interessiert, erfährt man, was hinter der paradiesischen Kulisse auch Realität ist. Viele Bewohner aus dem Norden und dem Osten der Insel wurden während und nach dem Bürgerkrieg mehrfach vertrieben und mussten lange Zeit in Flüchtlingslagern leben. Es gab bis vor kurzem immer noch Gebiete, die durch Minen unbewohnbar waren und ein Teil dieser heimatlosen Menschen konnte sehr lange nicht auf ihr Land zurückkehren. Um den Frieden in Sri Lanka zu sichern und neuen Konfl ikten vorzubeugen, muss vor allem die Entwicklung in den bislang stark benachteiligten Regionen im Norden und Osten vorangetrieben werden. Viele Anstrengungen, auch durch Entwicklungshilfe aus Deutschland, führten dazu, dass der Anteil der Armen sich in den vergangenen Jahren tatsächlich verringert hat. Um das friedliche Zusammenleben zu fördern, wurden Themen der Friedenserziehung in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen. In den früheren Konfliktgebieten werden Kleinunternehmer aller ethnischen und religiösen Volksgruppen gefördert, um so den sozialen Zusammenhalt zu stärken. In der Nordprovinz wird Jugendlichen eine bedarfsorientierte Aus – und Weiterbildung angeboten. In Kilinochchi, wo sich früher das Hauptquartier der tamilischen Separatistenorganisation LTTE befand, wird eine Berufsschule gebaut. Hier sollen bis zu 620 Schüler in fünf verschiedenen Berufsfeldern ausgebildet werden. Die Situation der Kinder, die durch den Tsunami einen oder beide Elternteile verloren hatten war jahrelang schwierig. Sie litten nicht nur unter dem Verlust sondern auch darunter, ohne Familie in allen Bereichen benachteiligt zu sein. Ein Großteil der Bevölkerung lebt immer noch unter der Armutsgrenze, d.h. sie haben weniger als 1,50€ pro Tag zur Verfügung. Jede vierte Familie auf Sri Lanka ist von Armut betroffen. Sorge bereitet auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit: Etwa jeder Fünfte der 15- bis 24-Jährigen hat keine Arbeit. 1/4 der Bevölkerung sind Kinder unter 15 Jahren. Um die Hauptstadt Colombo entwickelt sich die Wirtschaftsleistung und Modernisierung rasant – abgekoppelt davon lebt die Landbevölkerung vor allem im Norden des Landes in teils extremer Armut – das sind mehr als 80% der Menschen Sri Lankas. 22 % der Menschen sind unterernährt, Fast 10 von 1000 Kindern sterben vor ihrem 5. Geburtstag. Die Sterblichkeitsrate von werdenden Müttern ist 5mal so hoch wie in Deutschland. (Quelle: Weltbank). Ein Großteil der ländlichen Infrastruktur Sri Lankas ist – abgesehen von der näheren Umgebung Colombos – noch unterentwickelt. Es mangelt an Trinkwasser für die Bevölkerung in den Dörfern und auch Toiletten sind längst kein Standard. Viele Familien müssen in Lehmhütten oder einfachsten Behausungen leben. Kinderprostitution ist ein weiteres Problem, das jungen Menschen zum Verhängnis werden kann. Mit steigenden Touristenzahlen, die einerseits für Sri Lanka förderlich sind, da sie Arbeitsplätze schaffen, gibt es trotz Aufklärung und Strafverfolgung auch Sextourismus und Kinderprostitution.